Waldecker Spielzeugmuseum

SpielZeugen erzählen aus längst vergangener Zeit

Raus aus den Regalen
Rein in die Vitrinen

Sabine Böhle und Stephan Kalms haben die Sonderausstellung vorbereitet

„Raus dem Regal, rein in die Vitrinen“ – Das Waldecker Spielzeugmuseum zeigt Brettspiele aus dem Archiv.
Insgesamt werden über 50 Spiele in der Sonderausstellung gezeigt, ergänzend zu den Stücken, die in der Dauerausstellung zu finden sind.
Die Bandbreite umfasst Spieleklassiker wie Schach und Halma oder auch eine „Mensch ärgere Dich nicht!“-Version für die sowjetisch besetzte Zone, aber auch Strategie-, Wissens-, Verkehrs- und Reisespiele aus über hundert Jahren Spielegeschichte.

Brettspiele - beliebt und bekannt seit dem Mittelalter
 
Brettspiele waren schon im Mittelalter eine beliebte Freizeitbeschäftigung, allerdings für Erwachsene. Es herrschte bereits eine enorme Vielfalt an Varianten, überwiegend als Strategiespiel. Einige sind noch heute bekannt und werden nach unveränderten Regeln gespielt. Das Mühlespiel beispielsweise existierte schon in der Bronzezeit mit gleichen Spielaufbau und Regeln wie heute. Backgammon wurde in der französischen Variante Tric Trac beim Adel geliebt und das Schachspiel gehörte zu einer der sieben ritterlichen Tugenden. Neben der vielfältigen Auswahl an Gesellschaftsspielen in der Dauerausstellung befinden sich kaum gesichtete Objekte im Magazin des Museums. 

 

Informationen zu den ausgestellten Objekten - Druckexemplar zum Download.


Ein Interview mit Sabine Böhle vor der Sonderausstellung

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Was schätzt du - wie viele Spiele befinden sich im Magazin?

Sabine: Ich habe sie nicht gezählt. Es könnten zwischen 200 und 300 Stück sein. Ich bin noch am Anfang meiner Arbeit und habe eine Inventarisierungsliste entworfen, die es mir leichter macht, alle Spiele nach dem gleichen Schema aufzunehmen und zu kategorisieren. Am Ende der Arbeit werden die Spiele in einem Ordnungssystem übersichtlich dargestellt sein und ich kann präzise Aussagen  über den Bestand der Spiele machen.

Wie ist der Zustand der Spiele?

Sabine: Von unbespielt bis vollständig zerstört. Kaputte Verpackungen, fehlender oder defekter Inhalt oder hinzugefügte Accessoires deuten teilweise auf einen intensiven Gebrauch und/oder schwer belastende Lagerung der Spiele hin. Die wenigsten vorhandenen Kartons sind noch intakt. Aber es gibt auch einige Spiele, die fast unbespielt wirken und ganz wenige, die offensichtlich unberührt, darunter zwei oder drei, die noch „wie aus dem Laden“ sind.

Welches ist wohl das älteste Spiel?

Sabine: Das ist nicht zu beantworten. Außer dem Hersteller-Logo sind den älteren Spielen keine Details zum Produktionsjahr oder -ort zu entnehmen. Ich werde wohl ausgiebig Internetrecherche betreiben müssen.

Welches Thema herrscht vor?

Sabine: Da möchte ich jetzt fast auf den Punkt genau sagen - „das Hütchenspiel“ - in unglaublicher Vielfalt. Jeder kennt sicher das Geschicklichkeitsspiel. Spielsammlungen sind auch reichlich zu finden, Lern- und Erziehungsspiele, Spiele mit dem Themen Länder oder Kontinente,  natürlich auch Puzzle, Memory und die Klassiker „Mensch-ärgere-dich-nicht“, „Mühle“, „Schach“ oder „Halma“.

Weißt du schon einen schönen Titel für die Sonderausstellung?

Sabine: Da habe ich mir auch schon Gedanken drüber gemacht, aber es tun sich immer „neue Welten“ auf, die Genre der Spiele, ihre Aufmachung, faszinierende Grafiken und ausgeklügelte bis witzige Spielideen geben der Fantasie immer wieder neue Anstöße. Ich werde wohl erst einmal einen thematischen Faden für mich selbst festlegen müssen.

Welches Spiel gefällt dir am Besten?

Sabine: Je länger ich hier im Magazin auf dem Dachboden und in Internetrecherche mit dem Thema beschäftigt bin, um so begeisterter bin ich für jede Art der Gesellschaftsspiele.

Müssen auch Spiele aussortiert werden?

Sabine: Ja, es gibt tatsächlich Spielkartons, die nur noch Wracks sind. Die stelle ich zur Seite. Wir werden dann im Team über den endgültigen Weiterverbleib entscheiden.

Spielst du selbst gerne Brettspiele?

Sabine: Ich habe als Teenager phasenweise mit Familie und Freundinnen viel gespielt. Heut lasse ich mich gerne von meinen Nichten und Neffen zu Gesellschaftsspielen anregen und habe Spaß dabei. - Allerdings, wenn ich unaufhaltsam verliere, zum Beispiel beim „Mensch-ärgere-dich-nicht“, dann ärgere ich mich eben doch und werde etwas muffelig.

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